noch wenigere…

Was hat „Pax Terra Musica“ mit den „Montagsmahnwachen“ und dem Berliner Ostermarsch zu tun?

Richtig. Lars Mährholz. Pax Terra Musica mischt mit beim Berliner Ostermarsch!

Aber Lars Mährholz will einfach nicht mehr so richtig auf einen grünen Zweig kommen. Obwohl er ständig neue „Formate“ entwickelt. Zuletzt „Weltweiter Widerstand 2017“. Kein Frieden mehr? Was ist los? und weiter als weltweit geht’s nicht?

Wenn man in Berlin nix mehr reißt… vielleicht 20 Unerschütterliche bei der 3-jährigen Jubiläumsmahnwache 😉 und:

ohne Lars bis zum Schluss hatte die Mahnwache wenig Potential
Kommentar zu den „tollen Bildern“

Die Ratte verlässt das sinkende Schiff.

Er hat jetzt die Haare ab #seidlieb und anscheinend ne (neue?) Beziehung.

Es ist ja schon länger richtig langweilig, die Friedenswichtel zu beobachten…

Katasonova-Demo im Palais Bourbon

hat sie zumindest angekündigt. Sie will ihr Triptychon (auf dem immer noch Trump ist) hochhalten, der Marine schenken und interessante Leute treffen…

De La Russie avec l’amour. Aber ohne Geld…

Angeblich hat sie ein Visum bekommen. Nachdem sie schon Erfahrungen in der ARD gemacht hat, jetzt im französischen Fernsehen als „Parlamentsassistentin, ultra-nationalistische Aktivistin“. Allerdings nur bei bfm.tv, einem Sender mit zwar hoher Reichweite, aber zweifelhaften Aktivitäten. So wurde er verklagt, weil er bei der Geiselnahme an der Porte de Vincennes 2015 das Leben der Geiseln durch die Aussendung gefährdete. Außerdem hat er große Vorliebe (und Sendezeit) für – Marine Le Pen.

Die Herren vom Front National freuen sich schon. Bei dem Ar*** !!

und andere auch:

Great, more Russian intervention in Western elections…

Dieser Junge ist ein bisschen spät dran:

pizzarro-jett-altright

 

 

Friedenswichtel <3 Ganser

Lars-Groupie Bianca Budnick aus dem innersten Kreis der „Friedensmahnwachen“ teilt auf FB immer häufiger Beiträge des VTlers Ganser, dessen Einlassungen gerne von der Putin-Propaganda benutzt werden („nützlicher Idiot“ ).

Dazu gerne auch Elsässer und sein Compact.

Eine Kommentatorin kann es nicht fassen:

Wie kannst du „für den Frieden sein“, aber dann eine Veranstaltung von Elsässer, zu Ehren von Höcke, besuchen …weißt du was der für Reden hält?? Übelste Hetze.

Antwort Bianca Budnick:

Zweitens: Ich war schon häufig auf Veranstaltungen von Jürgen oder war auch auf Compact-Live, ich konnte dort noch keine Hetze feststellen.

Drittens: Ich lese das Compact-Magazin und bewerbe es sogar jeden Monat.

Lars Mährholz schreibt jetzt auf FB übrigens unter „Weltweiter Widerstand 2017“.

Niggemeier vergleicht BILD mit Breitbart

und andere Hinweise auf seinem „Übermedien“

Nein, ich will und werde nicht sein Blog watchen… Nur so viel: Im Zuge von Gathmann / Kireevs verdrehter („spin“) Igor-bashing-Kampagne mal geguckt, was sich da weiter so tut.

Wir befinden uns mitten im Verschwörercamp. Und zwar auf der Pro-Putinschen Seite. Aber das ist ja meist so, diese „zufällige“ Koinzidenz.

Naaaiiin, Fake News gibt es niiiicht… alles nur Russland-Bashing…

weil

„Die russische Propaganda unterstützt russlandfreundliche und EU-kritische Kräfte – egal ob von links oder von rechts“

(Querfornt-Experte Moritz Gathmann)

Sind diese Übermedienleute Teil einer Kampagne, die die Aufmerksamkeit für Propaganda-Angriffe aus Moskau zurückdrängen soll, indem sie als heiße Luft dargestellt werden soll?

Das Prinzip bei diesen Arikeln, hier Übermedien, ist wie oft bei russischen Staatsmedien, wenn sie für Deutschland senden. Einem wahren Kern wird ein „spin“ verliehen. Das sei das, was Breitbart mache, genauso wie BILD eben, sagt Niggemeier selbst. „Twisting“ nennt das Ruud Oosterwoud, der zusammen mit anderen einen „Fake News Generator“ entwickelt hat.

Zu dem „Komplott“, äh, zu den Kollegen gehört auch Gemma Pörzgen, die auch schon bei der Igor-Kampagne die beiden massiv unterstützt hat. Sie greift heute die Geschichte mit der angeblichen Vergewaltigung eines litauischen Mädchens durch dort stationierte Bundeswehr-Soldaten auf. Warum heute? Die Geschichte ist schon fast 2 Wochen her. Weil das so schön zu Gathmanns Artikel passt, zu fake news, die keine seien (Hauptargument: die Grafik „scheine“ nur die Verbreitung von Artikeln zu Fake News zu zeigen, nicht die Verbreitung der falschen Nachricht selbst; darauf vertrauend, dass die wenigsten so eine Grafik überhaupt lesen können und den Text in der Zeit nicht gelesen haben, der sehr viel mehr sagt.) Ah, diese Grafik hat unicepta für die ZEIT gemacht, Gathmanns früheren Arbeitgeber (Zeit online), wo er rausgeflogen ist, weil er für ein russisches Propagandablatt arbeitete (ein Blick genügt: „Bundespräsident Steinmeier: Kein Russland-Versteher, ein guter Freund“) …

Ich verliere schon selbst die Übersicht 😉
Es geht um diese 3 Artikel in „Übermedien“:
heute 2 Artikel, einer von Gathmann „Angebliche „Fake News“ geht als Debatte über „Fake News“ um die Welt“ (Thema Macron),
einer von Pörzgen „Eine E-Mail in Litauen ließ deutsche Medien Fake-News-Großalarm auslösen (Thema Vergewaltigung durch Bundeswehr-Soldaten in Mitauen)“
und dann noch einer von Niggemeier himself „„Fake News“ und der blinde Fleck der Medien“ (Thema Fake News).

Um eine für russische Propaganda sensible Öffentlichkeit zu erreichen und diese zu empören, müssen RT, Sputnik und Newsfront nicht immer Nachrichten erfinden, es genügt reale Ereignisse gezielt aufzubauschen und im Internet zu verbreiten. Geschieht das täglich nach dem gleichen Muster, werden beispielsweise Ängste vor Flüchtlingen gezielt geschürt. Zeit 23. Feb 2017

Es ist zu mühsam, alle die kleinen und großen twists aufzuzählen und zu widerlegen. Lest selbst, wie differenziert dagegen der Artikel in der Zeit ist.

Einer geht aber noch. Pörzgen versucht, die Tatsache, dass eine einzige Email der Auslöser für einen Fake News Alarm sei, als Beweis dafür darzustellen, dass das ja gar keine russische desinformatsia sein könne.

Madame, entweder du weißt es nicht besser, oder du täuschst uns absichtlich: genau das ist ja eine Strategie der aktivnye meropriyatiya: die Initialzündung unscheinbar und natürlich erscheinen zu lassen.

Dass das Ziel der Propaganda nicht erreicht wurde, muss ja kein Beweis für die Abwesenheit von active measures sein, wie Gathmann gerne glauben machen möchte. Könnte es vielleicht, möglicherweise, ganz schüchtern gefragt… </ironie> damit zusammenhängen, dass Macron geschickt konterte und damit ab 7. Februar, als die Diskussionen über fake news stärker werden als die über die eigentliche Nachricht selbst, die Gerüchte über seine angebliche Homosexualität nicht richtig zum Tragen kamen? Unincepta, die Firma, die die Daten der Verbreitung analysiert hat, äußert sich in diese Richtung:

Die gesamte Debatte um das Thema ist aber noch deutlich größer. Denn bei weitem nicht alle Beiträge verweisen direkt auf den ursprünglichen Artikel auf Sputnik International. Insgesamt erscheinen mehr als 17.000 Beiträge mit Bezug zu dem Gerücht. Ihren Höhepunkt erreicht die Debatte am 7. Februar, drei Tage nach dem Ausgangsartikel. Es ist der Tag, nach dem sich der Präsidentschaftskandidat Emanuel Macron selbst äußert – und die Debatte letztlich prägt. Denn nun dreht sich alles um die Frage, wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat und ob russische Kreise versuchen, die Wahl in Frankreich zu beeinflussen.

Schmankerl: News Front lässt sich auch nicht lumpen, sie machen das litauische Mädchen zur „russischen Frau“ -und setzen noch einen drauf:

es ist schon erstaunlich wie schnell die Medien solche Vorfälle dementieren, was schon sehr an die Propaganda-Methoden der Waffen-SS erinnert, dessen Propagandisten später in den transatlantischen Blättern wie Spiegel oder Stern in die Chefpositionen kamen.

 

Frieden und Diplomatie mit dem IS – dfg-vk

„Islamischer Staat – Vernichten oder diplomatisch anerkennen?“

Thomas Carl Schwoerer (bis 2015 Chef und Eigner des campus Verlag) ist Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (dfg-vk). Die dfg-vk tut sich schon seit den Ostermärschen hervor mit einseitigen Abrüstungsvorschlägen und „Frieden mit Russland“. Die Sektion Berlin-Brandenburg wollte 2014 mit attac zusammen die „Informationsveranstaltung“ „Ukraine nach der Wahl“ mit dem ukrainischen Borotba-Aktivisten Sergej Kirichuk durchführen.

Friedensdemowatch zu Borotba:

Diese vermeintlich authentisch-linke, tatsächlich aber äußerst dubiose Organisation wird seit Beginn des Russland-Ukraine-Konflikts von Teilen der (Alt-)Linken als eine Art Kronzeuge gegen den Euromaidan und die neue Regierung herumgereicht. Tatsächlich vertritt sie aber auch offen russisch-nationalistische und militaristische Positionen und hat offenbar wenig Berührungsängste mit Rechtsradikalen.

Kirichuk ist ein echter Querfrontler, der versucht, rechte Publizisten (Byshok, Kochetkov) an linke Zeitungen zu vermitteln. Ein Nationalbolschewik eben. Es gab damals einen mittelgroßen Skandal, und zumindest die Lesung wurde abgesagt.

Thomas Carl Schwörer, der Bundessprecher dieses Haufens, darf in der Zeit (2016) schreiben (wo man immer häufiger putin-affine Artikel liest), dass man mit DAESH verhandeln müsse. Vollendet naiv ist seine Sicht: er vergleicht DAESH mit IRA und PLO. Hat er noch nie etwas davon gehört, wie Menschen im sog. Islamischen Staat leben müssen? Und das – will er legalisieren?? Bei der Veranstaltung 2015 mit obigem Titel bringt es ein Mann aus dem Publikum auf den Punkt:

In Gesprächen würden sich die Terroristen dann schon wandeln.

Und auch heute, 2017, wirbt die „Friedensbewegung“, zu der die dfg-vk gehört, für den Ostermarsch weiter mit:

Es muss mit allen Konfliktparteien, auch dem IS verhandelt werden. Die Waffen nieder und miteinander sprechen ist das Gebot der Stunde.

Über die Ostermärsche und ihre Geschichte haben wir auch schon mal geschrieben: „Von Ostermarsch über Beuys zu LaRouche und zurück zur CND“.

Igor

Es geht weiter mit dem Artikel von Moritz Gathmann und Maxim Kireev in Niggemeiers Übermedien. Insbesondere Gathmann stellt sich stets als seriös recherchierender, neutraler Journalist dar. Und das eher als Kreml-Kritiker. Mehr oder weniger subtil bringt er dann aber seine Meinung unter die Leute. Und die ist offensichtlich pro-Kreml.

Beispiel: Russische Propaganda im Westen leugnet er nicht – aber er hält sie für „Viel Lärm um nichts“, untermauert mit den Aussagen seiner Interview-Partner: „Ihr realer Einfluss auf wichtige Vorgänge in Land und Gesellschaft ist marginal.“ Das sagt der litauische Journalist Vytautas Bruveris, und der russische „Fake-Spezialist“ Alexej Kowaljow wiederholt es. Wie wäre es dagegen mit einer Aussage von Schoygu: „Russland hat eine neue Gattung in seinem Militär geschaffen: Die „Streitkräfte für Informations-Operationen“, also eine Cyber-Truppe. Sie sei „viel effektiver und stärker als alles, was wir früher in dieser Richtung geschaffen haben“, so Verteidigungsminister Sergej Schojgu vor der Duma: „Propaganda muss klug, felherfrei und effektiv sein.““ (bei Boris Reitschuster)

 

Auch der Artikel zum ZDF-zoom-Beitrag „Putins Kalter Krieg“ ist äußerst tendenziös, im Gewande seriöser Recherche. Ich selbst bin Blogger und kein Journalist, und offensichtlich ist mein Blog polemisch und einseitig. Das liegt in seinem Wesen.
Aber Gathmann und Kireev wollen seriösen Journalismus abliefern. Das tun sie nicht. Sie wollen den Inhalt dieses Putin entlarvenden Beitrags diskreditieren.

Ob sie den Teil mit der Enthüllung der Identität „Igors“ von Sergey Kanev (Sergej Kanjew) übernommen haben oder nicht, kann ich nicht eindeutig klären. Dafür spricht außer den in meinem letzten Artikel genannten Hinweisen, dass Kanev bestätigt, mit Gathmann gesprochen zu haben und ihm den Kontakt zu Samarskiys Sohn vermittelt zu haben. Inwieweit Kanev selbst vertrauenswürdig ist, der nach eigenen Angaben seit 2010 zu Samarskiy recherchiert (und ihn deswegen auch erkennen konnte), bleibt dahingestellt. Keinen guten Eindruck macht jedenfalls, dass Kanev behauptet, Koch habe auf seine Anfrage, wo der Film gedreht worden sei und wie er mit dem unsichtbaren Tschekisten in Kontakt gekommen sei, nicht geantwortet:

Я написал режиссеру фильма Эгмонту Коху, но он не ответил на вопросы, где снималось кино и как на него вышел Чекист-невидимка.

Koch: „ich habe von Herrn Kanev niemals eine mail oder einen Anruf erhalten!“

Zurück zur Frage, ob Kireev /Gathmann im „Igor“-Teil nur Kanevs Artikel verwurstet haben. Der zoom-Beitrag wurde am 8. Februar gesendet. Kanev hat seinen Bericht am 13. Februar um 05:18 auf twitter veröffentlicht.

Am Abend des 13. weist Kireev auf FB auf Kanevs Artikel hin, und dass der ihnen leider mit seiner Recherche zuvorgekommen sie (sie hätten parallel recherchiert – Zufälle gibt’s) und morgen ihren Artikel bringen würden (der dann auch am 14. Februar erscheint).

Am 14. Februar „sehr früh morgens“ bekam Egmont R. Koch einen Anruf von Gathmann,

in dem er mich um eine Stellungnahme dazu bat, dass Igors Identität inzwischen aufgeflogen sei. Das habe ich aus Gründen des Quellenschutzes abgelehnt. Über die einzelnen Vorwürfe in seinem Artikel unterrichtete er mich mit keinem Wort, ich konnte da also auch nichts gerade rücken.

Die Autoren hätten also 1 Tag und 1 Nacht Zeit gehabt, um Kanevs Artikel zu verarbeiten, Samarskiys Sohn und kurz vor Veröffentlichung auch noch schnell Koch anzurufen.

Aber nicht nur Fragen zu Igor führen die Autoren ins Feld. Das „Verkämpfen“ des ZDF gegen Putin machen die beiden Journalisten an vier Dingen fest:

  1. „Igor“ aka Oberst Petr Samarskiy unglaubwürdig machen
  2. Felshtinsky herabsetzen
  3. Den Autor Egmont R. Koch unglaubwürdig machen
  4. Süffisante Sprache

1. Igor demontieren

Was treibt das ZDF an, schon wieder so zu holzen

Da war doch schon einmal ein „Igor“, der fake war, wie die Herren Gathmann /Kireev behaupten. Abgesehen davon, dass bei dem ZDF-Beitrag „Machtmensch Putin“ (Dez. 2016) noch lange nicht klar ist, ob und wenn ja, von wem der mit „Igor“ verschlüsselte Yuriy Labyskin gefaked bzw. untergeschoben war – der FSB war in jedem Fall beteiligt und das ZDF hat naiv gehandelt – versuchen die Autoren, auch diesen „Igor“ als Fake hinzustellen, hoffend, dass der schnelle Leser Igor = Igor = Fake kombiniert.

Die Hauptvorwürfe Kireevs /Gathmanns bezgl. „Igor“ bestehen darin, dass er nicht zu den 50 obersten Geheimdienstlern Russlands gehöre und dass er schon seit 2008 nicht mehr für den FSB arbeite. Ob Koch den Oberst, wenn er schon den Namen hatte, nicht recherchiert hätte. Gathmann kommentiert in FB immer noch, dass er gerne eine Antwort von Koch hätte, zB :

Sehr gerne hätte man Antworten von Egmont R. Koch. · 17. Februar um 15:51

Koch hat natürlich recherchiert. Sagt er auch öffentlich, zB unter dem ZDF-zoom-Beitrag. Aber die Masche zieht – Koch als unprofessionell hinzustellen.

*** Update  Gathmann hat mittlerweile (22. Feb) seine Antworten vom ZDF bekommen. seine Hauptargumente wären damit widerlegt. Wo sind denn die Beweise, dass man „durch einfache Recherche“ herausbekommen könne, dass es nicht stimme, dass Samarskiy auch in Moskau gearbeitet habe? Die grundsätzlichen Aussagen bleiben jedenfalls unberührt. ***

Egmont R. Koch zu den Vorwürfen:

Hat er seine Bedeutung übertrieben? (Top 50). Um seine Glaubwürdigkeit zu unterstreichen, schickte Igor mir das Gruppenfoto von einer Tagung, auf dem er selbst in der obersten Reihe zu sehen ist. Unten sitzen die Generäle des FSB, darunter u.a. sein direkter Vorgesetzter Belousov, dessen Chef Alexey Sedov und sogar der damalige russische Innenminister Raschid Nurgaliev. Wo auch immer dieses Foto aufgenommen wurde, es illustriert, dass Igor in diesen Kreisen verkehrte. Seine Abteilung „Bekämpfung Extremismus und Terrorismus“ in Wolgograd spielte und spielt wegen der Nähe zur Kaukasus-Region eine herausragende Rolle, dementsprechend bedeutend war auch seine Abteilung im FSB. Bei unserem Gespräch über das Foto fragte ich ihn, ob er also zu den Top 50 gehört habe (weil auf dem Foto 49 Personen zu sehen sind). Er hat dies dann bestätigt. Mag sein, dass er da etwas aufgeschnitten hat, aber er war bedeutend genug im FSB, um vor allem über die Schleusung von Tschetschenen nach Europa etwas wissen und erzählen zu können. Dies ist übrigens der zentrale Punkt meines Filmes.

Diesen zentralen Punkt, dessen Aussage auch nicht angetastet wird, bestätigen Gathmann/ Kireev sogar. Auch dieser Teil ihres Artikels steht übrigens bei Kanev – wieder ein Indiz mehr für’s Abschreiben.

Koch hat die von Kanev / Kireev / Gathmann präsentierten Fakten aus Gründen der Sicherheit des Informanten nicht erwähnt. Dass nicht zumindest der FSB trotzdem sofort weiß, um wen es sich handelt – zu singulär ist die Geschichte – kann man Koch durchaus als Naivität anlasten. Im haben auch die früheren Artikel über Samarskiy vorgelegen, einige davon von Kanev – und auch da hätte ihm klar sein müssen, dass der Samarskiy sofort erkennt – und das nicht nur am kitel…

Was Samarskiys Ausscheiden aus dem FSB 2008 betrifft, sodass er nach Meinung von  Gathmann/ Kireev „nur über etwas berichten könnte, was fast ein Jahrzehnt zurückliegt“, meint Koch:

Igor hat gleich zu Anfang unserer Treffen ein grundlegende Aussage gemacht: Er werde über Dinge berichten, an denen er beteiligt war oder über die er etwas wisse, weil entsprechende Unterlagen über seinen Schreibtisch gegangen seien; wenn er sich darüber hinaus zu etwas äußere, dann seien das Einschätzungen, Erklärungen und Bewertungen. Genau so habe ich ihn gleich am Anfang des Filmes eingeführt. Wir suchen ja als Journalisten immer gerne Experten, die uns Dinge einordnen. Warum also sollte Igor nicht auch eine Einschätzung zu etwas geben, das nach seiner aktiven Zeit im FSB stattgefunden hatte? Er kennt ja die Mechanismen und Abläufe in diesem gigantischen Geheimdienstapparat besser als jeder Außenstehende.

Außer den oben abgehandelten, vom ZDF bzw Koch schon beantworteten Fragen gibt es noch mehr solcher subtilen Verschiebungen, die Kireev /Gathmann als Lügen bzw unprofessionell hinstellen, zB das mit der Murmansk-Route nach Finnland und Norwegen. Kireev /Gathmann behaupten, im Film  behaupte Igor, „diese Flüchtlinge seien vom FSB angeworben worden.“ Nein, behauptet Igor nicht. Er sagt, ohne Wissen des FSB könne sowas gar nicht stattfinden. Die Herren schreiben nun Koch vor, welche Informantin er hätte fragen müssen (Svetlana Gannushkina). Es kann nur eine geben? Seriöser sind da Berichte, die Fragen stellen. Und nicht schon alles wissen, zB hier.

2. Felshtinsky

Die Schreiber unterstellen Koch, Feltshinsky (wie auch Samarskiy) aufzublasen. Dazu schreiben sie, dass er die „größte Nähe zu amerikanischen Universitäten er mit der Erlangung eines Doktortitels an der Rutgers University vor drei Jahrzehnten“ hatte. Das ist nicht gelogen, denn seine weitere akademische Karriere absolvierte er am Historischen Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau mit der Verteidigung eines weiteren Doktortitels. Dass er also seine akademische Karriere schon vor 3 Jahrzehnten beendet hätte und es deswegen unangemessen sei, ihn vor eine Universität zu stellen, ist schon reichlich – subtil.

Felshtinsky gelangte zu kurzer Berühmtheit, als er zusammen mit dem geflohenen Agenten Alexander Litwinenko 2002 in einem Buch behauptete, hinter den Explosionen von Wohnhäusern in drei russischen Städten 1999 stehe der FSB selbst. Diese Theorie gilt mangels Beweisen bis heute als Verschwörungstheorie. Die offizielle Version lautet, dass die Attentate von tschetschenischen Terroristen begangen wurden.

„offizielle Version“, ja genau, ihr haltet euch also an Putins Sprachgebrauch. Die Theorie gilt keineswegs als Verschwörungstheorie, wie ein Blick, am besten in die englische, wikipedia zeigt: ellenlange Kontroversen. Speziell der verhinderte Anschlag von Ryazan ist so offensichtlich FSB, dass daran eigentlich nur noch wenige zweifeln. Neuere Erkenntnisse, die die Verstrickung des FSB nahelegen, zB hier (Dunlop) und hier (Satter).

3. Die Glaubwürdigkeit des Autors Egmont R. Koch

Außer der angeblichen Unprofessionalität, was die Identität des Spions angeht, soll Koch auch noch „in dilettantischer Manier“ auf die Orte der Treffen und wahrscheinlichen Aufenthaltsort von Samarskiy hingewiesen haben, „die man von einem Dokumentarfilmer mit vier Jahrzehnten Erfahrung auf dem Buckel nicht erwarten würde“. Eine Wasserflasche mit ukrainischem Ettikett stehe auf dem Tisch. Das kann viele Gründe haben…

Und dann die Unterstellung, Koch habe Samarskiy nicht recherchiert. Das ist lächerlich. Das ist das erste, was man macht und wurde natürlich auch von koch durchgeführt.

Das mit dem 1. Tschetschenischen Krieg, den Koch fälschlicherweise als für die Tschetschenen verloren gab, als „haarsträubenden handwerklichen Fehler“ ist übertrieben. Das ZDF hat den Fehler auch zugegeben und korrigiert. So what? Betrifft das die inhaltliche Aussage? Nur insofern, als eben Koch demontiert werden soll.

4. Süffisante Sprache

nervöse Streicherklänge, Husarenritt, verschwörerisch, holzen, – ich komm mir vor wie Deutsch, 11. Klasse, Textanalyse 😀

Fazit:

Tschetschenische Spione in Deutschland sind eine Tatsache (s. Dugazaev). Auf diese Kernaussage des Films gehen Gathmann /Kireev mit keinem Wort ein.