Von Ostermarsch über Beuys zu LaRouche und zurück zur CND

Immer mehr früherer Gewissheiten muss man aufgeben. Die Ostermärsche, die jetzt wieder auftreten. Wo so viele Menschen missbraucht werden, die eine wirklich gute Absicht haben.

Egal welchen Faden man verfolgt, die Friedensbewegung war von Anfang an sowjetisch unterwandert. Das hat sich bis heute nicht geändert (ersetze „sowjetisch“ mit „russisch“). Aufrufe blenden einfach mal die russischen Invasionen und Bombardierungen der letzten Zeit aus. Beispiel Stuttgart:

Auch in der Ukraine ist ein Krieg entfacht . Die Unterstützung des Westens für einen Regierungswechsel hat dort die Gefahr einer Konfrontation mit der Atommacht Russland verschärft.

„ist ein Krieg entfacht“ – zu solchen unmöglichen Sprachkonstrukten wird gegriffen, um die Tatsachen nciht aussprechen zu müssen: Invasion Russlands in der Ostukraine (von Putin und Girkin selbst zugegeben).

Oder Mannheim:

NATO-Osterweiterung schürt den Konflikt in der Ukraine

Statt ein kollektives Sicherheitssystem in Europa aufzubauen, das die Sicherheitsinteressen der baltischen und osteuropäischen Staaten und Russlands gleichberechtigt berücksichtigt, haben die NATO-Staaten ihren gigantischen Militärapparat gegen Russland ständig ausgedehnt. Das ist ein wesentlicher Faktor für die Krise und den Krieg in der Ukraine.

Dort spricht auch wieder jemand von der IMI, wie letztes Jahr – und 2005 im gleichen Duktus – Markus Pflüger.

Natürlich sind die US, NATO und auch Deutschland schuld am Krieg in Syrien. Dass Putin da so viel gebombt hat, das grausame Assad-Regime unterstützt usw – das ist keine Silbe wert.

Ist ja auch klar – die Mutter aller Ostermärsche war der 1958 von der CND – Campaign for Nuclear Disarmament organisierte Marsch nach Aldermaston. Achso ja, CND war wohl ein sowjetisches Projekt. Sagt die englische wikipedia, deren Abschnitt über Verdächtungen von kommunistischem und geheimdienstlichem Einfluss mehr Raum einnimmt als der ganze Artikel zur CND auf der deutschen wikipedia. Ja klar, ist ja auch eine englische Angelegenheit – aber deren internationale Auswirkungen waren und sind so riesig, dass man da schon mal bisschen mehr schreiben darf. Kein Wort zB über den sowjetischen Einfluss.

Dann gibt es noch den World Peace Council mit seinem deutschen Ableger „Deutscher Friedensrat“, die eindeutig als Projekt der sowjetischen KP gestartet sind und auch weiterhin von der Sowjetunion finanziert wurden. „It was founded in 1950, emerging from the policy of the Communist Party of the Soviet Union to promote peace campaigns around the world in order to oppose „warmongering“ by the United States.“ (engl. wikipedia) Ihre Bedeutung heute ist gering.

Eine eigene Seite zum sowjetischen Einfluss auf die Friedensbewegung allgemein, wie die englische wikipedia ihn hat, fehlt auf der deutschen gänzlich.

 

Und wo bleibt da jetzt Beuys? ein früher „Eurasier“, das haben wir nicht gewusst… sein Multiple „die Rote Fahne“ von 1874 stand „für die Idee des Eurasiers, der eine Vereinigung zwischen dem rationalistisch und materiell ausgerichteten Westen und dem intuitiv und spirituell geprägten Osten darstellt. […] Als Zeichen für diesen Aufbruch fungiert der Zug, den Beuys als Hommage an die russischen Revolutionszüge der Sowjet-Ära konzipierte, die mit einer roten Fahne ausgestattet waren.“

Beuys hatte „sich einer „Untersuchungskommission“ angeschlossen, die mysteriöse Operationen des US-Geheimdienstes CIA enttarnen wolle.“ Und zu diesem Zweck zusammen mit Arno Klönne, deutscher Ostermarsch-Aktivist der ersten Stunde, nach Amiland aufgemacht. Es geht dabei um die „Behauptung, Amerikas Geheimdienstier gebrauchten im Kampf gegen westliche Linke die gleichen Methoden, derer sich ihre Kollegen vom sowjetischen KGB bei der Dissidenten-Behandlung bedienten: Psychopharmaka, Elektroschocks. Gehirnwäsche.“

Diesen Verdacht hatte sich (wir sprechen vom Jahr 1974) ein gewisser Lynn Marcus, uns besser bekannt als der vom ultralinken Trotzkisten zum Rechtsextremisten mutierte Larouche (genau, auch damals schon Querfront) mit seinen „National Caucus of Labor Committees (NCLC) mit europäischen Ablegern (CIA-Dokument zu den ELC), ausgedacht. Ob er damals, als er den KGB, die DKP und andere Linke sowie teilweise sozialdemokratische Strukturen (begründet in seinem Trotzkismus, der gegen das sowjetische Modell und damit gegen die DKP als sein Ableger war) noch leidenschaftlich bekämpfte, dennoch schon kreml-infiltriert war wie heute – ist schwer zu sagen. Es scheint nicht so, jedoch sind seine Anschuldigungen so deckungsgleich mit den von der disinformatsia des KGB gestreuten Diskursen, dass es schon sehr komisch ist.

Das ganze Hin und Her zwischen links und rechts des Herrn LaRouche ist sowieso sehr verwirrend. Der Typ ist sowieso nicht ganz dicht – er hat teilweise jenseitige Vorstellungen, zB dass

 

 

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