Boris Reitschuster watch

ist ja ein alter Hut, dass Reitschuster, wenn es nicht gerade um Putin geht – da sieht er klar – sehr weit nach rechts driftet, schon mal Erika Steinbachs Einlassungen teilt und deutsche Verhältnisse mit russischen vergleicht. Julian Reichelt kann das auch: was die Ukraine und Syrien angeht, sehr klar denken; aber was Ausländer und arme Menschen angeht: hetzen! das können die alles miteinander vereinbaren. Wie, das wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

Heute schießt er wieder den Vogel ab: eine „besorgte“ Russin bekommt bei ihm eine Stimme – weil sie ja sonst niemand hören will. Die sagt, es sei in Saarbrücken sehr unsicher geworden,

… друзья и подруги ее и ее дочерей имеют крайне негативный опыт общения с агрессивными, молодыми мужчинами-женоненавистниками из чужих культур, которых она теперь боится. Она говорит, что эти люди ведут себя здесь так, как будто участвуют в „дикой охоте на женщин“, будто бы им это позволено и они не боятся никаких последствий.

(… Freunde und Freundinnen von ihr und ihren Töchtern äußerst negative Erfahrung im Umgang mit aggressiven, jungen frauenfeindlichen Männern aus fremden Kulturen, vor denen sie jetzt Angst hat. Sie sagt, dass sich diese Menschen hier so verhalten, als wären sie auf einer „wilden Jagd nach Frauen“, so als ob sie das dürften und sie keine Angst vor Konsequenzen haben müssten.) [Nachtrag: Reitschuster hat den Post auch auf Deutsch geschrieben]

Fällt ihm wirklich nicht auf, dass das original Kreml-Sprech ist? die Wortwahl? und mit der Realität nichts zu tun hat? Kein Wort von ihm, dass die Propaganda sich so tief in diese Köpfe gefressen hat, dass sie die Wirklichkeit gar nicht mehr wahrnehmen können. Teilweise wird zur Ausschmückung der „eigenen“ Meinung auch wild gelogen und Beispiele zitiert, die es gar nicht gibt. Ein unsicheres „Gefühl“ kann es geben; aber man muss darauf hinweisen, woher diese Unsicherheit gezielt geschürt wird und dass sie mit Statistiken in keinster Weise korreliert (achso, ja, die Statistiken werden aus Appeasement in D ja gefälscht…).

Besonders schön der spin, dass sie ja gar nicht rassistisch sein kann, weil sie sich in der Flüchtlingsarbeit engagiert und ihr Mann ja Türke ist 😉 der Alibi-Jude halt, den jeder NAZI aus dem Hut zaubert.

Anstatt Boris Reitschuster dieses schöne Beispiel für die Wirkung russischer Propaganda nimmt, fliegt er auf das Kreml-Narrativ und verstärkt es, durch seine Reputation als Putin-kritischer Journalist, immens.

Ach, er hat es auch auf seiner deutschen Seite ! Und Kritiker, die darauf hinweisen, wie weit Realität und „Gefühl“ auseinanderklaffen, antwortet er mit:

Ich bin wirklich verwundert über diese massive Realitätsflucht. Wer massenhaften Zuzug von Männern in eine Gesellschaft hat, die aus einer Gesellschaft ohne Gewalttabu kommen bzw. durch Kriege und Gewalterfahrungen geprägt sind, kann doch nicht glauben, dass diese keine Folgen hat.

Er ist völlig faktenbefreit. Und das alles vor dem Hintergrund Chemnitz. Pfui!

Ein Kommentator bringt es auf den Punkt (es lohnt sich, die Kommentare zu lesen, sie sind noch nicht so linientreu wie bei anderen VT-Magazinen, und werden offensichtlich (noch) nicht zensiert):

„Ich bin mir bewußt, dass mich einige für diese Erzählung angreifen werden“… Nein Herr Reitschuster, Sie sind kein Opfer. Und sich als den einzigen „Wahrheitssager“ zu profilieren, wird Ihnen auch nicht gelingen. Es wird doch überall über das Verbrechen von Ausländern berichtet. „Würde ich als Journalist eine solche Begegnung nicht beschreiben und dieser Frau keine Stimme verleihen – ich hätte es nicht verdient, mich Journalist zu nennen“ – Nein, Sie berichten weil diese Geschichte gut in Ihre Agenda passt. Suggerierend: Böse Ausländer machen Deutschland unsicher.

kurz was zu Lars Mährholz

immerhin war er ja der selbsternannte Initiator der Montagswachen, sie rein zufällig genau zum Ausbruch des Ukraine-Krieges anfingen.

Man hört von ihm wenig, er hat sich mit seiner Familie in ein Gartengrundstück zurückgezogen, wo er fleißig werkelt, wenn er nicht gerade in der Weltgeschichte klettert, wohl bezahlt mit seinen Kryptogewinnen.

Er hat ja genug getan, für den Weltfrieden, seine Wirkungen hat er auf seiner FB-wall gesammelt lars-wirkungen.jpg.

Bei der Ankunft am Frankfurter Flughafen, von einer Kletterreise – oder einer Hubschrauberreise über den Vesuv – zurückkommend, postet er im Anblick obigen Zeitungsstands:

Seid lieb & lest solchen dreck nicht!

Dort war er in einer Absteige untergebracht, Grand Hotel Riviera, mit Blick auf den Vesuv, kostet 3-400 €. Was der Hubschrauberflug gekostet hat, gibt er lieber nicht preis. Ein Fan fragt, Lars antwortet: von 3-400 bis zu tausenden…

Ein Fan findet das auch nicht mehr so lustig:

J.Y.: Ich frage nicht seit längerem…. ob du(ihr also gibt mehrere die friedensaktivisten die meinen jeder ist gleich , scheiss elite usw usw ) dir bewusst bist das du ein leben führst wovon jeder Durchschnitts Bürger nur träumen kann?
[…]

L.M:hab nie gesagt das ich ein normales Leben führe! Und jetzt geh und mach was aus deinem! Und schreib nicht Texte voller neid! Man es ist nur mit den Leuten los??? Gibt 100 videos von mir da kannst dir anschauen um was es mir geht!

J.Y.: jop und bei dir spricht die Arroganz….
Ich fragte was und bin neidisch joa ist menschlich aber ich gönne es dir ^^ (neid,wut,hass,Liebe oder auch Emotionen sind menschlich und noch bin ich einer)
Aber schon witzig wie du abgeshst nur weil ich was fragte ich kritisiere es ja nicht mal xD

jo-yves-lars-kritik