AfD-Mitgliedschaft zu nennen ist tendenziös

ZDFinfo: „Russlanddeutsche – Tradition, Freiheit, Frust“: Ein Beitrag, den ein Herr Rothfuss „sensationell gut“ findet, nimmt doch einen Großteil der Sendung „druschba“ ein – und das fast völlig unkritisch. Herr Rothfuss ist heute begeisterter AfDler.

„Mit am Tisch: Druschba-Gründer Rainer Rothfuss, heute AfD“
Tja, den tendenziösen Unterton bekommt das ZDF nicht so leicht raus aus ihren Sendungen… (Rainer Rothfuss fb von heute)

Druschba-Aktivisten wird eine riesige Plattform gegeben, ohne zu erwähnen, wie weit rechts-außen die sind. Owe Schattauer (Lieblingsspruch: „moi drug moi brat“; „Amerika ist die Ursache allen Übels“) posiert gerne mit russ. Rechtsradikalen wie Mitarbeitern von Fedorov, Shirinovski, und am liebsten mit dem Chef der nationalistischen Nachtwölfe, den er zutiefst verehrt. Auch Dirk Pohlmann verkehrt in rechtsextremen Kreisen (Koblenz im Dialog zB, über die wir schon berichtet haben). Filbert wird als neutraler Infomann präsentiert – ganz ausgewogen!

und nein, Herr Filbert, Sie sind sicher kein offizieller Agent Russlands, aber ein useful idiot. In welcher Form Ihre Unterstützung erfolgt, ist offen.

wenn Russland schlecht gemacht wird, kratzt das am Stolz

sagt die junge Tänzerin, integriert in Deutschland.

Warum sind Leute, die in Russland als Deutsche diskriminiert wurden, nun in Deutschland auf eben dieses Russland stolz und identifizieren sich damit?

Und, ja, es gibt viel Rassismus gegen russische Leute. Aber genügt das?

Owe Schattauer jedenfalls freut sich über die tolle Werbung:

Danke ZDF-Info für die ungewollte & gute Druschba Global: Druschba heißt Freundschaft -Werbung, Sergey Fiba -Werbung, Dirk Pohlmann Werbung, KENFM-Werbung, Eingeschenkt.tv Werbung, NuoViso.TV Werbung , Owe Schattauer Werbung, C-Rebell-um Werbung und Parteien-Werbung

Parteien-Werbung? Klar, AfD-Werbung! Ganz ausgewogen…

Kurz wird ein Blick auf Tatjana Golova, Soziologin, gezeigt, die anhand von Social Media Kontakten Hintergründe aufzeigt:

Die deutschen, politischen Accounts auf VKontakte sind im rechtspopulistischen bis rechtsradikalen Bereich oder alternativ in der Nähe bestimmter Akteur*innen der Partei Die Linke zu verorten. Die bisherige Netzwerkanalyse, besonders für den Zeitraum 2015–2018, hat ergeben, dass es Verbindungen zwischen „autochthon-rechten“ und „postsowjetischmigrantischen“ politischen Subnetzwerken auf VKontakte gibt. Sie werden besonders durch Ressourcen hergestellt, die mit der pro-russischen „Volksdiplomatie“, der Unterstützung für Separatistenbewegungen in der Ostukraine, sowie mit einer xenophoben und/oder antiamerikanischen Rhetorik zusammenhängen.

Ausgewogen ist nicht, wenn man differenziert nachdenkende Leute Rechtsradikalen gegenüberstellt.

Der Knaller kommt zum Schluss und lässt den letzten Rest einer Idee von Ausgewogenheit verschwinden:

Das Feuerwerk von Zaldostanovs Bike-Show (genau, der Chef der ultranationalistischen Putinfreunde Nachtwölfe) wird überblendet in ein Feuerwerk über dem Brandenburger Tor.

Zaldostanov als Symbol für Russland?

Druschba im ZDF

da sind wir gespannt, was ZDFinfo aus diesen Rechtsextremen macht, mit denen es seine Sendung teasert. Owe Schattauer jedenfalls freut sich drauf. Wir kennen ihn bei Fedorovs Truppe, Zhirinovskys Truppe („nash chelovek“), mit Nachtwolf-Chef, mit Rothfuß, mittlerweile bei der AfD angekommen, Gründer dieser merkwürdigen „Druschba“-Truppe. Links? Ich glaube, Schattauer versteht sich selbst immer noch als links… Mittlerweile gehr er völlig auf in Russischtümelei, hat eine junge russ. Frau und lernt russisch (immerhin).

schattauer-gemaelde-russ

Kofners Bestätigung

Im August dieses Jahres hat Yuri Kofner indirekt alle meine Ergebnisse zu seiner Hochstapelei bestätigt.

Er wehrt sich gegen Gensings Anschuldigungen – und gegen den Stellenwert, den er ihm zuschreibt. Ganz meine Meinung. Kofner:

I founded the “Center for Continental Cooperation” as a side-hobby. However, during its short existence this internet portal was never registered as a legal entity. … We also organized small round tables at the Moscow State University for International Relations (MGIMO), where I was a student at the time. All events were purely student-related and scientific in nature.

Was haben Gensing und Stöber – die ich sonst sehr schätze – alles in dieses ZKZ hineingedichtet… und Kofner ist immer noch ein Doktorand. Das ZKZ gibt es nicht mehr, die Site hat noch die gleiche URL, heißt jetzt aber „Eurasian Studies“. Alle Hinweise auf rechtsradikale Partner hat er entfernt.

Kofner geht es natürlich darum, eine Nähe zu radikalen Rechten zu widerlegen (gelingt natürlich nicht, zu offensichtlich Gensings und Stöbers Belege – und unsere). Und das kann er ja natürlich auch überhaupt gar nicht sein, rechts-außen, Beweis:

These accusations are especially ludicrous and vile in view of my Jewish heritage.

Lars Mährholz, Wikipedia und die „Ukraine-Krise“

Endlich: Lars Mährholz in der wikipedia! Zwar kein eigener Eintrag, aber 16mal erwähnt auf der Seite „Mahnwachen für den Frieden“.

Immerhin schreiben sie, dass der Auslöser die Ukraine-Krise 2014 war. In der Diskussion konnte sich der Bearbeiter SanFran Farmer allerdings nicht damit durchsetzen, dass es keine Krise, sondern ein Krieg ist. Seine Erklärungen sind es wert, veröffentlicht zu werden:

Der Begriff „Ukraine-Krise“ wird an 2 Stellen verwendet (Einleitung und Abschnitt Medien). Zweite Erwähnung ist belegt mit Quelle Nr. 67, wo entgegen der hiesigen Terminologie „Krieg in der Ukraine“ steht. WP:Belege, WP:Namenskonventionen und die Kongruenz zum Hauptartikel Krieg in der Ukraine seit 2014 sprechen für den Begriff „Ukrainekrieg“ anstelle von „Ukraine-Krise“.

Aus gutem Grund sind Selbstzuschreibungen unzuverlässig. Die DDR trug „demokratisch“ im Namen, war sie aber nicht. Die Mahnwachen-Verantalter verkaufen sich öffentlichkeitswirksam als Pazifisten, sind sie aber nicht. Die Friedenswinter-Events waren „Demonstrationen zugunsten Russlands im Ukraine-Konflikt“ mit einem bunten Gemisch an Russlandfahnen schwenkenden AfD- und NPD-lern und linken Altstalinisten begleitet von Kamerateams von Russia Today und angeführt von Medienpartnern russischer Staatsmedien wie Elsässer und Jebsen. Entgegen der Selbstvermarktung als Pazifisten protestierten sie nicht gegen Russlands militärisches Eingreifen in einem europäischen Staat, sondern präventiv gegen eine unberücksichtigte und entsprechend ausgebliebene militärische Antwort der EU oder US (Code-Wörter „FED“ und „Weltjudentum“), Plakatstichwort „Frieden mit Russland“ um jeden Preis. An dem Krieg ist nach Ansicht der Veranstalter nicht Russland schuld, sondern die US-Notenbank (vgl. z.B. Artikel im Forschungsjournal Soziale Bewegungen). Derart perfide Realitätsumdeutungen, wo die FED/EU/Ukraine/Juden/Echsenmenschen die Aggressoren und Putins Russland das unschuldige Opfer ist, muss Wikipedia darstellen, aber nicht übernehmen. Der Ukrainekrieg war nicht Auslöser der Demos, sondern ein bequemer Hintergrund für die kruden Verschwörungstheorien der Teilnehmer. Mir geht es hier aber nicht um inhaltliche Korrekturen oder Ergänzungen, sondern nur um die Terminologie, welche die Belege und der Hauptartikel gebieten.

Wir haben genau damals damit angefangen, das Thema zu bearbeiten: als Xavier Naidoo Georgsband-Fahnen schwenkend bei der Reichsbürgerdemo am Bundestag stand. Die Fahnen typisch НОД – die auch mit der Aktion werben auf ihrer Seite.

Interessant, sich das alles nochmal in Erinnerung zu rufen – und was daraus geworden ist. Wir hatten damals eine andere FB-Seite,auf die wir aber den Zugriff verloren haben.

Es hat lange gedauert, bis allen watchern klar war, dass die Wahnmachen einfach ein Kreml-Projekt waren. Elsässer hat schon lange vorher mit Dugin-Umfeld-Aktivisten zusammengearbeitet. Larouche spielte auch dort eine Rolle. Mährholz liket Büso – und Putin!  Sehr früh hat auch Lars Mährholz schon RT ein Interview gegeben. Dass die „Friedens“wahnmachen von Anfang an rechts bis rechtsradikal gesteuert waren, haben allerdings viele schon 2015 erkannt. Dass Mährholz sich nicht plötzlich politisierte und die Demos aus heiterem Himmel kamen, sondern schon vorher geplant waren, sollte man auch nicht vergessen.