Kofner wieder maßlos überschätzt

Katharina Bluhm von der Freien Universität Berlin hat einen Aufsatz geschrieben zu einem „neuen russischen Konservativismus“, als dessen Vertreter sie den Isborsk-Klub und Dugin links liegen lässt, aber Kofners Vereine „besonders hervorhebt“. Seinen Jugendclub habe die russische Regierung ins Leben gerufen.

Das Gumilev-Institut sieht ihn einfach als Hochstapler

Das Papier von Katharina Bluhm scheint sehr schlecht recherchiert; sehr wenige Quellen, aus denen sie ihre Einschätzung Kofners und seiner Vereine bezieht; hauptsächlich sogar seine eigenen Verlautbarungen. Es gibt keinerlei Quellen von außerhalb, die sich mit diesen „Organisationen“ beschäftigen. Und es gibt keine russischen Quellen. Kann sie wirklich über russische Konservative forschen ohne russische Quellen? Kann sie etwa gar kein Russisch? Doch, anscheinend schon, hat sie doch einen Teil ihrer Studienzeit an der Lomonossov-Universität verbracht.

Ihre sonstigen Publikationen beschränken sich auf Themen zwischen Markt und Produktion.

Patrick Gensing war da mit seiner Recherche und seiner Einschätzung von Kofner schon vorsichtiger. Er meint zwar, dass Kofner gute Kontakte anzubieten habe, aber meist sind diese selbstreferentiell (Kofner als Autor bei Elsässers Compact wird als Teilnehmer auf deren Konferenz hervorgehoben – jedoch in seiner Eigenschaft als Chef der „Eurasischen Bewegung der russischen Föderation“). Mit den Identitären und mit Poppel (Suworow-Institut Wien) ist es der gleiche Kreisverkehr.

Im wesentlichen hat Kofner 2 Jugendvereine gegründet (er ist selbst noch Student und schreibt angeblich an seiner Doktorarbeit): Eben jene „Eurasische Bewegung der Russischen Föderation (EDRF, Евразийского Движения Российской Федерации), gegründet von einem Haufen herziger Buben in einer sibirischen Jurte in Ethnomir-Park (s. teaser-Foto) – und diese Jugendparty soll laut Prof. Bluhm eine Gründung der russischen Regierung sein? Das ist einfach nur lächerlich.

2015 rief die russische Regierung im Zuge des Aufbaus der Eurasischen Union eine eigene Eurasische Bewegung der Russischen Föderation ins Leben. Auch wenn bei
dieser Organisation der „loyalen“ Zivilgesellschaft verschiedene Gremien der Eurasischen Union als institutionelle Partner fungieren, so handelt es sich dabei doch ganz offenkundig in erster Linie um ein Konkurrenzprojekt zu Dugins IEB. (aus obigem Paper von K. Bluhm)
Hier ein Bericht zur Gründungsversammlung – auch von Kofner selbst. Wo ist hier Regierungsbeteiligung zu erkennen?
Warum Katharina Bluhm da so danebengreift, ist noch nicht klar.
Der zweite Verein von Kofner ist eben dieser „Think Tank“ in München /Moskau, ZKZ oder Center for Continental Cooperation. Hier sind seine Mitstreiter Pfennig aka Nase, Poppel (Suworow), sogar Bausmann (Russian Insider) und Zinoveva (die wir von Rothfuß/Schattauers Friedensfahrt kennen). Außerdem Klimaitis, den Patrick Gensing genauer unter die Lupe genommen hat.
Auch dass sich Kofner von Dugin abgrenzen würde, ist einem einzigen seiner Dokumente entnommen. Aber selbst dort grenzt er sich keineswegs ab, Dugins 4. Theorie benutzt er ständig; er legt nur einen etwas anderen Schwerpunkt, weg von Liberalismus als Quelle des Bösen hin zu Postmodernismus (der Unterschied in der Auswirkung ist sicher masrginal und gewiss keine „Abgrenzung“).
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