Ude, Todi und die Lügenkresse

Von Christian Ude hat man eigentlich nie was Besonderes gehört, außer dass er der SPD-Fels in der CSU-Brandung war.

Nun hat ihn auch der Virus angesteckt. In Gestalt des Jürgen Todenhöfer, des Antisemiten (da war doch zB was mit dem antizionistischen Kartentrick, den er auch gerne verbreitet), Freund der Mudjaheddin, Mullahs und anderer extremer Gestalten.

Ude langweilt sich ohne politisches oder anderes Amt und macht Veranstaltungen. ZB den Volkshochschulkurs „Politik der Woche“, wo er auch schon mal einen AfD-Politiker einlädt („auseinandersetzen statt ausweichen“) – und eben Todenhöfer. Und das voller Begeisterung, wie man seinem FB-Profil entnehmen kann:

 wo hat man zuletzt gelesen, dass der völkerrechtswidrige Irak-Krieg von Georg W. Bush über eine Million Opfer forderte und dem IS half, zahllose Terroristen zu rekrutieren?

Keine 2 Wochen später lobt er dann aber die Medien, hat wohl irgendwas mitgekriegt von dem Lügenkresse-Geschrei, aber so ganz nimmt man ihm das nicht mehr ab:

Diese Woche zeigt uns, was für hervorragende Medien wir in Deutschland haben: nach gründlicher einjähriger Recherche werden Machtmissbrauch, Korruption, versteckte Bestechungsgelder, Steuerhinterziehung und Geldwäsche einer internationalen Macht- und Geld-Elite enthüllt. 
Da kann man der SZ und den beteiligten Sendern und Kollegen nur gratulieren – und Dank sagen. Gleichzeitig sehen wir im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die ganze, schmerzhaft lange ignorierte Wahrheit über den rechtsextremen Mordterror – und das Leid seiner Opfer. Wer da von „Lügenpresse“ spricht und unser Fernsehsystem anprangert, sagt viel darüber aus, auf welcher Seite er steht …

Dass die USA an allem schuld seien, insbesondere an der Situation im Nahen Osten (nee, kein Iran, keine traditionellen Strukturen, kein Russland, kein Saudi-Arabien, kein Saddam…) ist ja schon echt langweilig. Mal Kyle W. Orten hören:

The Islamic State was not created by removing Saddam Hussein’s regime; it is the afterlife of that regime.

Aber dann auch noch so zu tun, als sei das ein Geheimnis, wo es doch sogar die Lügenpresse von den Dächern pfeift, wie mehrere Kommentatoren doch immerhin anmerken:

Lesen Sie doch mal was ordentliches, z.B. die Zeit oder den Economist. Dort wurde der Kausalkonnex von Irakkrieg 2003 und Daesh gefühlte tausendmal erörtert. Dass Sie sich jetzt dem trendigen Mediengebashe anschließen, finde ich angesichts des politischen Klimas im Land etwas fahrlässig.

 

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