Hängt der Haussegen in Moskau schief? – Schröders Heimkehr

Gibt es da Krach mit Putin? Oder braucht der den Schröder nicht mehr? Hat er ausgedient?

Jedenfalls kommt er einfach wieder zur SPD zurück, als wenn nichts gewesen wäre. Wirbt für Unterstützung für Steinmeier – aha, der soll sein Nachfolger werden! Ob der denn zu was zu gebrauchen ist in Russland? Naja, als Bundeskanzler kann er ja irgendwelche Weichen stellen, Gaspipelines oder so…

Aber das mit dem Bundeskanzler, das schaffen die nie.

Am Schluss von Schröders Rede, nachdem die Mitglieder mühsam aufgestanden sind (weibliche Delegierte zufällig auf dem Mikro: „die stehen auf, sollen wir auch aufstehen?“), geht er an seinen Platz in der ersten Reihe – jaja -, und da schreitet Herr Gabriel los, auf ihn zu („sowas hab ich auch noch nicht erlebt“ – der männliche Delegierte im off) und umarmt den Schröder! Er ist ja in der Rede zu kurz gekommen, nur ein dürres „Lieber Gabriel“ bei der Begrüßung…

Die Delegierte auf dem Mikro sagt: „Ich habe das Gefühl, bei uns in der Partei ist es so, dass man sehr alt werden muss, bevor alle erkennen, was du geleistet hast“, ihr Gesprächspartner sagt „ja“.

Dann steht der Mann mit dem Charme eines Staubsaugervertreters nochmal auf, geht zu – Beck, dem ehemaligen Rheinland-Pfälzischen Ministerpräsidenten, und schüttelt ihm die Hand.

Nanu?

Der Schröder jedenfalls ist jetzt unangreifbar. Ein Grande.

 

Schröder hat die ehrenvolle Aufgabe bekommen, die drei dieses Jahr gestorbenen SPD-Granden Schmidt, Bahr, und, ja, auch Grass zu ehren.

Bahr – na klar. Der war ganz offensichtlich ein Putinist.

Schmidt – hatte Verständnis für die Annexion der Krim, kein Verständnis für G7 ohne Putin und sprach sich insgesamt für mehr Zusammenarbeit und Rücksicht auf die Befindlichkeiten Putins aus.

Grass – reines Kreml-Sprech:

Die Europäer rief Grass dazu auf, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu verstehen und sich nicht so sehr von den Interessen der USA leiten zu lassen.

welt, „Ende März“, kurz vor Grass‘ Tod

Grass wird im Netz gehypt, und zwar von der Rechten Putinisten, zB „Unterstützt Günter Grass – Was gesagt werden muss„. Seit seinem antisemitischen Gedicht hat der auch nicht mehr sooo viele Anhänger in der SPD, glaub ich. Immerhin hat er noch 2014 einen Brief an Putin mitunterzeichnet, in dem Schriftsteller und Medienleute mehr Meinungsfreiheit in Russland anmahnten.

Und diesen dreien sei die Maxime „Nie wieder Krieg“, generationsbedingt, gemeinsam, so Schröder. (Das impliziert natürlich: ihm auch.)

Da frage ich mich doch, wieso die Betreffenden gegen das Bomben Putins  in Syrien nichts haben… von der Ukraine ganz zu schweigen.

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